Benutzer-Werkzeuge

Webseiten-Werkzeuge


allgemein:massnahmen_zur_unterstuetzung

Dies ist eine alte Version des Dokuments!


A7 Maßnahmen zur Psychosozialen Prävention



Wie im Konsensus festgelegt, gibt es 3 Phasen im Bereich der Psychosozialen Notfallversorgung, für die wir entsprechende Angebote haben:

Die Primäre Prävention

Das ist die Chance vor dem Einsatz, durch Ausbildung und Übungsbetrieb, Einsatzkräfte auf herausfordernde Ereignisse vorzubereiten. Sie haben statistisch gesehen ein deutlich erhöhtes Risiko, wiederholt solchen Situationen ausgesetzt zu sein. Dabei ist es entscheidend, die Verarbeitungsmechanismen zu kennen und zu wissen, dass sie natürlich und gesund sind.

Hier bieten wir eine 90-minütige Schulung, in der die Mechanismen erklärt werden und vor allem eine persönliche Vorbereitung auf die Zeit nach einem belastenden Einsatz erfolgt. Gestützt auf speziell dafür entwickelte Materialien wie dem Taschenhelfer, können die Einsatzkräfte ihre persönlichen Maßnahmen nach einem belastenden Ereignis vorbereiten. Das ist eine Aufgabe, die nur in Ruhe erfolgen kann und unter der Belastung nach dem Einsatz nicht möglich ist. Aus diesem Grund ist Primäre Prävention in dieser Form unverzichtbar. Es gehört zur Fürsorgepflicht des jeweiligen Vorgesetzten, dieses Angebot sicherzustellen.

Die Sekundäre Prävention

Sekundäre Prävention beginnt direkt mit dem Einsatz und gewährleistet die Unterstützung der Einsatzkräfte danach. Die Verarbeitung eines belastenden Einsatzes ist ein natürlicher und gesunder Vorgang, der auch seine Zeit brauchen kann. In der Diagnostik (ICD 10/11) werden dafür 4 Wochen als Zeitraum angegeben. Für Einsatzkräfte ist das sehr wichtig! Sie sind nicht krank und werden in der Verarbeitungszeit durch Kolleginnen und Kollegen (Peers) unterstützt.

In dieser Phase gibt es bei A7-Psychosoziale Prävention folgende Angebote:

  • Einsatzbegleitung und Akutintervention: Bei längeren Lagen und im Akutfall bieten die A7-Peers professionelle Unterstützung.
  • Im direkten Anschluss an den Einsatz wird ein Kurzes Einsatznachsorge-Gespräch angeboten. Zu diesem Zeitpunkt ist die Stressbelastung noch so groß, dass neurophysiologisch ausschließlich orientierende und an die Primäre Prävention erinnernde Maßnahmen funktionieren. Das Kurze Einsatznachsorge-Gespräch findet in der Regel in der Gruppe statt.
  • Ungefähr eine Woche nach dem Einsatz bieten wir das Ausführliche Einsatznachsorge-Gespräch an. Das ist ein klar strukturiertes Gespräch über den Einsatz mit dem Ziel, dass das Gehirn die erlebten Dinge sortieren und als Erinnerung ablegen kann. Diese Maßnahme darf nicht zu früh nach dem Einsatz stattfinden, da unser Gehirn diese Arbeit bei zu hohem Adrenalin- und Cortisolspiegel nicht leisten kann. Dieses Angebot ist erfahrungsgemäß hoch effektiv. Das Ausführliche Einsatznachsorge-Gespräch kann als Einzelgespräch und als Gruppengespräch geführt werden. Ein Gruppengespräch ist vorzuziehen,
  • Die Peers aus den Einsatznachsorgeteams gewährleisten über den gesamten Zeitraum eine Ansprechbarkeit, um persönliche Unsicherheiten zu verringern und bei der Verarbeitung zu unterstützen.

Die Tertiäre Prävention

Bei Bedarf und nach 4 Wochen kann weiterführende Unterstützung im Gesundheitswesen in Anspruch genommen werden. Das ermöglicht die Kostenübernahme für Diagnose und eventuell notwendige ambulante oder stationäre Therapien.

Die Einsatznachsorge steht selbstverständlich währenddessen weiterhin zur Unterstützung zur Verfügung.

allgemein/massnahmen_zur_unterstuetzung.1784388543.txt.gz · Zuletzt geändert: von volker.schenk